KÄRNTEN ECHO

Auswirkung von Industrie und Verkehr bringen Erde zum „Beben“

Bild: pixabay
Eine Studie belegt, dass die Reduktion der seismischen Bodenunruhe von März bis Mai 2020 weltweit um rund 50 Prozent zurück ging. In Österreich um bis zu 25 Prozent.

Ob Rockkonzerte, die mit tiefen Bässen Vibrationen in der Erdoberfläche erzeugen oder das Rumpeln von Zügen, Lkws, Pkws, ob Tunnelbohrungen oder Sprengungen, ob das Graben der Bagger oder das Verdichten des Bodens beim Straßenbau – alles das und noch viel mehr messen die hoch empfindlichen seismischen Erdbebenmessgeräte.

Jetzt belegt eine Studie, die im Fachjournal Science 2020 veröffentlicht wurde, wie sich die Erdbebentätigkeit im Lockdown verändert hat. Seit der Lockdown die großen Industrien in China und dann in Europa und weiteren Ländern der Erde heruntergefahren hatte, entdeckten Seismologen beim Überprüfen der Forschungsdaten ihrer Erdbebenstationen, dass es noch nie so „still“ in der Erdoberfläche war.
Selbst Feiertage oder Wochenenden konnten in der Vergangenheit keine so große „seismische Ruhe“ erzeugen.

Deshalb gelang es den Seismologen nun genauer, die tatsächlichen Schwingungen der Erdoberfläche zu eruieren. Im Allgemeinen verbrachten sie eine Zeit beim Auswerten der Daten damit, die von Menschen gemachten Schwingungen aus den tatsächlichen Bebenmustern heraus zurechnen.

Die Analyse der Studiendaten zeigt auch gut, wie die menschliche Aktivität und Mobilität sich in der Bodenunruhe widerspiegelt. Zeitgleich aufgenommene Bewegungsprofile von Handys und mit Mikrofonen aufgenommener Stadtlärm belegen die Daten der Erdbebenstationen.

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