KÄRNTEN ECHO

Im Amazonasgebiet wurde eine neue Variante des Coronavirus entdeckt

Bild: pixabay
Sie soll dreimal ansteckender sein, als der ursprüngliche Wildtyp. Dazu hetzen evangelikale Missionare gegen das Impfen unter der indigenen Bevölkerung.

Gerade im Amazonasbereich setzen sich evangelikale Missionare über bestehende Gesetze zum Schutz der Indigenen hinweg und betreiben eine rücksichtslose Werbung für ihre eigenen Bekenntnisse, oft mit verheerenden Folgen für indigene Gemeinschaften.
Nun zeigt sich, der Guardian berichtete schon darüber, wie evangelikale Prediger und Anhänger Bolsonaros die indigene Bevölkerung gegen die Corona-Impfung in Stellung bringen, indem sie ihnen weismachen, die Impfung würde sie in Alligatoren verwandeln. Oder den Frauen würden dann Bärte wachsen.
Durch die bösartigen Gerüchte besteht die Gefahr, dass die ungeschützte indigene Bevölkerung dem Virus besonders ausgeliefert ist.

Was sind aber die Evangelikalen? Im Juni 2019 segnete ein evangelikaler Prediger Bundeskanzler Kurz. Donald Trump wurden von ihnen gewählt und öffentlich unterstützt. Jair Bolsonaro ließ sich sogar im Jordan von ihnen taufen.

Die Evangelikalen sind eine Bewegung und nicht eine Kirche mit klar definierten Dogmen. Die wichtigste Autorität ist für sie das Wort in der Bibel, dem sie folgen. Evangelikal ist nicht evangelisch. Evangelikale können Methodisten, Baptisten, anglikanisch sein oder der Pfingstgemeinde angehören. Oder überhaupt keiner Konfession folgen. Dann wären sie einer Freikirche zugehörig.

Laut Wörterbuch bedeutet „evangelikal“ auf das Evangelium zurückgehend. Also Bibeltreue.

„Missionare“ aus den Vereinigten Staaten haben zum Beispiel einen Teil der lateinamerikanischen Bevölkerung, ob nun römisch-katholisch oder einer indigenen Religion zugehörig, zum evangelikalen Glauben hin missioniert. Oft mit zweifelhaften Methoden. Die evangelikalen Bewegungen führen keine komplizierten theologischen Diskussionen. In Brasilien widmen sie sich den häuslichen Problemen ihrer meist wenig gebildeten Mitglieder, den Indigenen und den Frauen.

Viele der „Missionare“ sind theologische Laien und vermischen ihre persönlichen, politisch-wirtschaftlichen und moralisch-theologischen Ideen in die Verkündigung und Interpretation der Bibel. Aber 33 % der brasilianischen Bevölkerung tendieren bereits zum Evangelikalismus. Sowie der brasilianische Präsident.

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