KÄRNTEN ECHO

Wiener LVT-Chef nach Patzern in der Überwachung abgelöst

Gerhard Pürstel, Karl Nehammer, Franz Ruf | Bild: bmi.gv.at
Der Ermittlungschef ignorierte Warnsignale auf das Attentat. Interimistisch übernimmt der steirische Chef des Verfassungsschutzes die Leitung in Wien.

Schwerwiegende Ermittlungsfehler in den vergangenen Monaten zum getöteten Terroristen K.F. in Wien führten zu ersten Konsequenzen in der Leitung des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

Der Leiter muss gehen, denn das Landesamt hat nur halbherzige Ermittlungsarbeit geliefert. Wie bekannt wurde, stand der bereits als IS-Sympathisant verurteilte Zwanzigjährige zwar unter Beobachtung, aber niemand bemerkt, dass der junge Mann weiterhin salafistische Moscheen besuchte und intensive Kontakte zu teilweise verurteilten Dschihadisten hatte, sogar mit Observationen des LVT. Dazu kamen die fehlgeschlagenen Munitionskäufe in der Slowakei. Alles diese Informationen waren dem LVT in Wien bekannt, aber es wurde nichts unternommen, auch nicht das Justizministerium informiert.

Diese schweren Fehler, die Anfang November einigen Menschen das Leben kosteten und viele Verwundete, schockierte, entsetzte Passant*innen, haben nun die personelle Konsequenz: Der Chef muss gehen. Die Leitung übernimmt der steirische Chef des Verfassungsschutzes, der sich in Graz einen Namen im Kampf gegen die radikalislamische Szene gemacht hat. Auch zwei weitere Beamte wurden suspendiert. Sie waren für die Bearbeitung der Gefahreneinschätzung des Attentäters zuständig.

Eine weitere Konsequenz des Terroranschlages ist die Schließung zweier Moscheen in Wien. In einer sind auch namhafte Islamisten ein- und ausgegangen. In beiden wurde der Täter radikalisiert.

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