KÄRNTEN ECHO

Wieder illegale Plastikmüllexporte aus Österreich

Bild: pixabay
Die verpflichtende Einführung des Plastikpfands wurde von großen Supermarktketten und der Wirtschaftskammer bisher abgelehnt. Administrativer Mehraufwand und Personalkosten wurden unter anderem als Ablehnungsgründe angeführt. Einfallsreiche Unternehmen zeigen nun vor, wie sich leicht und einfach anfallender Plastikmüll reduzieren lässt. Sie schieben ins Ausland ab.

Wie in ORF online, im Kurier sowie der Kleinen Zeitung bereits berichtet wurde, hat das Umweltministerium bei Schwerpunktkontrollen mehrere Fälle von Umweltkriminalität durch illegale Plastikmüllexporte aus Österreich aufgedeckt. Eines der österreichischen Unternehmen soll etwa insgesamt 950 Tonnen verunreinigte Kunststoffabfälle in die Türkei ausgeführt haben. Das Umweltministerium konnte davon noch 350 Tonnen zurück nach Österreich überführen. Ein weiteres Unternehmen nutzte Verbindungen nach Serbien und brachte seit Jänner 2021 300 Tonnen Kunststoff illegal in den Balkanstaat.

Bei einer weiteren Kontrolle exportierte eine Firma ungefähr 320 Tonnen Kunststoffabfälle illegal nach Deutschland. Aufgrund der Schwerpunktkontrollen sei allein in diesem Jahr bisher die illegale Deponierung von Hunderten Tonnen Plastikmüll verhindert worden, sagte dazu die Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne).

Ab 1950 begann die Plastikproduktion als Innovation für die Wirtschaft zu boomen. Aber der unverrottbare Plastikmüll belastet seither die Mülldeponien und die Natur. Die Folgen der zügellosen und unbedachten wirtschaftlichen Entwicklung sowie die Schäden der sorglosen Entsorgung zeigen sich bereits sehr deutlich. Schwimmende Plastikmüllinseln in den Ozeanen. Plastikmüll an den Straßenrändern, auf den Äckern. Achtlos weggeworfene Essensverpackungen.

Und noch immer ist nicht ganz geklärt wie folgenschwer Mikroplastik für Zellsysteme ist, aber dass wir alle bereits mit Mikroplastik verseucht sind, haben wissenschaftliche Untersuchungen nachgewiesen.

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