KÄRNTEN ECHO

Vorstoß der Industrie zur Erreichung der Klimaziele

Bild: pixabay
Thermische Sanierung der Einfamilienhäuser spart Heizkosten und reduziert die Treibhausemissionen. Österreich erspart sich dadurch für die Zukunft Milliardenstrafen an die EU.

Es wird gesagt, dass im Gebäude-Sektor die Einfamilienhäuser mit ihrem Energieverbrauch 88% der Treibhausemissionen verursachen. Deshalb wird den Häuslbesitzern die thermische Sanierung ans Herz gelegt und auch staatlich gefördert. Zur Sanierung gehören der Fenstertausch und die Wärmedämmung der Aussenhülle des Hauses.

Was leider von der Industrie nicht gesagt wird ist, dass die übliche thermische Sanierung mit Styropor als Wärmedämmung selbst ein Klimatreiber ist, denn die Basis, das Polystyrol, wird aus Erdöl hergestellt. Und wie wir wissen brennt Erdöl super. Um zu verhindern, dass die Styropordämmung auf der Hauswand zu brennen beginnt, wird sie mit einem Flammschutz behandelt, der giftig ist. Seit 2016 müssen also Dämmplatten als Sondermüll entsorgt werden. Denn das Flammschutzmittel kann auf der normalen Mülldeponie über das Grundwasser in unsere Nahrungskette gelangen.

Das hat weitreichende Konsequenzen für die Baubranche, die Gemeinden und die Hausbesitzer.

Aber anscheinend ist es in der Öffentlichkeit noch nicht zum Allgemeinwissen geworden, dass es viele andere Dämmungen gibt, die genauso gute Wärme- und Brennwerte haben, wie das Styropor. Alternative Dämmstoffe müssen Ansprüchen im Brandverhalten und Wasseraufnahmevermögen gerecht werden. Da gibt es Mineralwolle, Perlite, Kork, Holz und andere Naturfasern. Es gibt auch bereits Wärmedämmziegel die mit Vulkangestein gefüllt sind für den Neubau.

Aus Bayern ist bekannt, dass für die Entsorgung von Styropor-Dämmplatten bereits horrende Summen verlangt werden. Denn viele Müllverbrennungsanlagen müssen für die Verbrennung von Sondermüll nachrüsten, was nicht so schnell geschehen kann. Deshalb müssen die Platten zwischengelagert werden und für ihre Lagerung werden große Hallen benötigt. Viele Handwerksbetriebe dort klagen, dass mit der Entsorgung des Dämmmaterials dieselben Probleme auf sie zukommen, wie damals mit dem Asbest. Und meinen, die Industrie produziert Materialien, die für die Öffentlichkeit dann zum großen Entsorgungsproblem werden.

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