KÄRNTEN ECHO

Villach setzt auf alte Obstsorten

Bild: Karin Wernig
Um bedrohte Gen-Ressourcen und die Kulturlandschaft zu erhalten, pflanzt die Abteilung Stadtgrün alte Obstsorten. Die Villacherinnen und Villacher können die köstlichen Früchte mit den vergessenen Namen kostenlos ernten und genießen.      

In einem neuen Projekt pflanzt die Abteilung Stadtgrün alte Obstsorten auf öffentlichen Flächen. „Wo kann man heute noch Obstsorten wie den Berner Rosenapfel, die Vereinsdechants-Birne oder auch den Geflammten Kardinal kaufen und verspeisen?“, sagt Stadtgrün-Referentin Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig. „Leider sind in den vergangenen Jahren viele alte Obstsorten verschwunden, weil man nur auf leichte Anbaubarkeit, hohen Ertrag sowie Lager- und Transportfähigkeit achtete.“ Die Geschmacksvielfalt, Artendiversität, die Kulturlandschaft sowie die Gen-Ressourcen sind dadurch ärmer geworden. Vor 100 Jahren gab es in den österreichischen Gärten noch 800 verschiedene Äpfel- und Birnensorten.

Katholnig will mit der Stadtgrün-Initiative dagegensteuern und die Vielfalt zurückerobern: „Auf etlichen öffentlichen Flächen im Stadtgebiet pflanzen wir jetzt deshalb bewusst alte Obstsorten an.“ 30 Bäume sind es in den kommenden Wochen zwischen Lind und Völkendorf, vom Dora-Kircher-Garten bis zur Genotte-Allee.“ Weil es sich um althergebrachte Sorten handelt, wird die erste Ernte nicht gleich im Herbst erwartet. Stadtgrün-Referentin Vizebürgermeisterin Sarah Katholnig: „Einige Sorten werden wohl erst in ein paar Jahren zu genießen sein, aber die Villacherinnen und Villacher können sich schon auf die vielen unvergleichlichen Geschmäcker freuen.“ Lavanttaler Banane, Rubinette, Goldparmene, Spitzapfel und Topaz gehören zu den Sorten, die dann kostenlos zu genießen sein werden. Katholnig sieht in der Aktion die Unterstützung und Gestaltung der regionaltypischen Kulturlandschaft, den Schutz der Biodiversität und eine qualitative Aufwertung des Geschmackerlebnisses.

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