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Neue Studie zeigt auf, was genau Insekten verschwinden lässt

Solitärbiene | Bild: pixabay
Vor einigen Jahren machten Berichte über ein rasches Insektensterben Schlagzeilen. Deutsche Forscher haben die Ursachen nun genau analysiert. Einer der Hauptgründe: Der Mensch und seine Eingriffe in die Natur aufgrund von Landwirtschaft, Bautätigkeit und wachsenden Städte. Die Erderwärmung spielt noch eine geringere Rolle als angenommen.

Denn bisher hatten Untersuchungen zum Insektensterben zwar als Ursachen die weitverbreiteten Monokulturen und den Klimawandel mit erhöhter Hitze und Trockenheit vermutet, aber die Studien hätten eigentlich nur kleine Gebiete oder kurze Zeiträume berücksichtigt.

So zogen also im Frühjahr 2019 Forscher für Tierökologie und Tropenbiologie an der Universität Würzburg in ganz Bayern aus und stellten an 179 Orten Netzfallen zum Insektenfang aus. Vom Tiefland bis in die Berge, in Wäldern, auf Wiesen und Feldern, in naturnahen Gebieten und in Siedlungen wurden Insekten gefangen. Eine ganze Vegetationsperiode lang seien die Fallen alle 14 Tage geleert worden. Anschließend bestimmten Forscher die Biomasse, also das Gewicht der gefangenen Insekten, das als Maßstab für die Menge gilt, die in einem Gebiet vorkommt. Zudem habe man mit Hilfe von DNA-Analysen die Arten identifiziert.

Am besten schnitten naturnahe Gebiete ab wie zum Beispiel Wälder. Hier fanden die Forscher die meisten Arten und die meisten Insekten. In der Stadt dagegen war die Biomasse der Insekten nach Auskunft der Forscher um 42 Prozent niedriger. Rund um bewirtschaftete Flächen war dagegen die Artenvielfalt um 29 Prozent niedriger. 56 Prozent weniger Arten, die als gefährdet galten, wurden in landwirtschaftlichen Gebieten gefunden.

Was die Forscher allgemein bemerkten war, Urbanisierung führt zu einem Rückgang des Artenreichtums. Und zur Urbanisierung gehört auch die Ausweitung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Was die Forscher noch bemerkten ist, dass durch den Verlust von Biodiversität, also dem Verschwinden unterschiedlicher Ökosysteme (Aulandschaften, Trockenwiesen usw.) auch die dazugehörenden Insektenpopulationen verschwanden. Denn viele Insekten sind an die Existenz bestimmter Pflanzen als Nahrungsquelle gebunden und wenn die Pflanzen verschwinden, verschwinden auch die dazugehörigen Insekten.

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