KÄRNTEN ECHO

Stadt Villach informierte über geplantes Hochwasser-Projekt in Warmbad

Von links Dominik Frankl (eb&p Umweltbüro), Stadtrat Harald Sobe, Christoph Hoffmann (Projektleiter Stadt Villach), Stefan Urbanek (Projektleiter Land Kärnten) | Bild: Bild: Adrian Hipp
Hungerbach und Warmer Bach könnten bei schweren Regenfällen für folgenreiche Überschwemmungen sorgen. Die Auswirkungen solcher Überschwemmungen waren in den vergangenen Wochen in Deutschland und Österreich zu verfolgen.

Deshalb wurden, nach ausführlichen Bewertungen und Analysen durch Experten des Landes Kärnten und der Stadt Villach ein Weg gefunden, wie Hochwasser- und Umweltschutz optimal vereint werden können. Die geplanten Maßnahmen sorgten aber bei einigen Bürgerinnen und Bürgern für Sorge um das Naturjuwel Warmbad. Aus diesem Grund lud Stadtrat Harald Sobe am Mittwoch zu einer Bürgerinformation, um über den aktuellen Stand der Planung zu berichten und so Unsicherheiten zu begegnen und die Fakten in den Fokus zu rücken. Rund 80 Personen waren der Einladung gefolgt.

Konkret geht es um die beiden Gewässer Hungerbach und Warmer Bach. „Eine unserer wichtigsten Botschaften ist: Das Maibachl, Naturjuwel und beliebtes Naherholungsgebiet, bleibt von den Maßnahmen gänzlich unberührt“, versicherte Stadtrat Sobe.

Daher werden die beiden Bäche mit sogenannten Hochwasser-Rückhaltesperren in den Bereichen „Grabenausgang Hungerbach“ und „Alte Schießstätte“ (Gebiet der Napoleonswiese) entschärft. Dabei handelt es sich um zwei Erddämme, die nach der Aufschüttung mit Gras- und Kräutermischungen bepflanzt werden und sich harmonisch in die Warmbader Landschaft einfügen werden. Auch nötige Steinschlichtungen werden mit Humus überdeckt und bepflanzt. Beim Kurpark des Warmbader Thermenkomplexes wird zusätzlich der Spazierweg leicht angehoben, um angrenzenden Häusern Sicherheit vor Hochwasser zu bieten. „Es ist wichtig, festzuhalten, dass im gesamten Gebiet nicht betoniert wird. Auch der in diesem Bereich befindliche Tümpel, der ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Insekten aller Art ist, wird nicht angerührt“, sagte Sobe.

Um Bäume zu schützen, werden diese im Rahmen der geplanten Anschüttungen mit Baumschutzmatten versorgt. Gleichzeitig wird die Bachsohle in diesem Bereich vertieft und wieder mit natürlichem Material bedeckt. „In Summe haben wir hier einen vorbildlichen Weg gefunden, mit den geringsten Eingriffen in die Natur den bestmöglichen Schutz zu erreichen“, sagte Baureferent Sobe.

Die Gesamtkosten für das Projekt werden aus derzeitiger Sicht auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Sie werden Großteils vom Bund, dem Land Kärnten und Anrainern getragen.

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