KÄRNTEN ECHO

Sanierung des Reifnitzer Strandbads – ein Politikum

Bild: pixabay
Möglicherweise muss der Neubau des renovierungsbedürftigen Bades doch länger auf sich warten, als es der Bevölkerung zuzumuten ist.

Ab dem Herbst 2019 solle mit dem Umbau des Strandbades in Reifnitz begonnen werden, meinte vor einem Jahr der Bürgermeister Markus Perdacher (ÖVP). Eingangsbereich, Buffet und Sanitäranlagen müssten erneuert werden, auch der Vorplatz werde neu gestaltet. Behindertengerecht auch natürlich. Damals hieß es, der Umbau würde sich auf rund eine Million Euro belaufen.

Wie die Kleine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, ist jetzt alles anders. Und natürlich ist es das Virus, dass zu Eile im Vergabeprozess gedrängt habe, verteidigt der Bürgermeister sein Vorgehen. Doch eines nach dem anderen. Bereits vor einigen Wochen kritisierte die FPÖ-Gemeindevorständin Birgit Zemasch das Handeln des Bürgermeisters in Punkto Strandbadumbau. Seine Eile irritierte einige Gemeinderäte, denn bei der Bauverhandlung habe es Einsprüche gegeben. Perdacher habe trotzdem die Ausschreibung der Bauarbeiten veranlasst obwohl es noch keinen gültigen Baubescheid gibt, erwähnt verärgert der Gemeinderat Andreas Krassnitzer (SPÖ). Zemasch ergänzt, es wären dann die Angebote gekommen und der Bürgermeister hätte sie, ohne Beisein des Gemeindevorstands geöffnet. Dazu gab es aber einen Beschluss.

Den Bürgermeister stört das nicht, er redet sich auf das Virus aus und wolle eben viele Zusammenkünfte vermeiden. Dass auch die Projektkosten sich erhöhen stört ihn auch nicht, obwohl es offiziell noch kein Ergebnis der Ausschreibung gibt, wird davon gesprochen, dass die ersten Angebote 1,9 Millionen Euro ausmachen. Vizebürgermeister Robert Schmidhofer (Bürgerliste) beharrt auf einem Überdenken und Neuplanen des Projektes.

Der Bürgermeister will aber das Projekt sowie es ist durchziehen und spricht sich auf seine Sorge aus, die Behörde könnte das Bad aus hygienischen Gründen schließen. Weitere Aspekte, die einigen Gemeinderäten aufstößt ist auch die künftige Führung des Bades. Soll es die Gemeinde wieder selbst betreiben oder verpachten.

Gemeinderat Krassnitzer will, animiert durch die vielen offenen Fragen in der Strandbadplanung, im Oktober mit einem Bürgerbeteiligungprozess mehr Transparenz in das Reifnitzer Gemeindegeschehen bringen. Denn nicht nur der Badumbau sondern auch die Verkehrsberuhigung würden ihm ein Anliegen sein.