KÄRNTEN ECHO

Psychische Notlage: Dringender Appell an die Regierung

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Führende Persönlichkeiten aus Psy-Berufen fordern Ende der Kassenpsychotherapieplatz-Kontingentierung. Es braucht einen freien Zugang zu Kassenpsychotherapie für alle – und zwar JETZT!

Die Mehrfachbelastung durch Pandemie und Krieg wird den Bedarf an psychotherapeutischen Behandlungen langfristig noch weiter in die Höhe treiben. Wie der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) in einer Aussendung an die zuständigen Stellen appelliert, sind derzeit krankenkassenfinanzierte Plätze für Psychotherapie kontingentiert: Der ÖBVP geht davon aus, dass es für gerade einmal 1,23 Prozent der Bevölkerung Psychotherapie auf Krankenschein gibt.

Der Rest muss entweder lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder in die eigene Tasche greifen. Denn nur weil man es nicht gleich bemerkt, heißt es nicht, dass es vielen Menschen gut geht. 200 Millionen und verbesserte Rahmenbedingungen für arbeitende Psychotherapeuten und -Therapeutinnen würden den  Bedarf abdecken.

Besonders Frauen, unter ihnen viele Geringverdienerinnen trifft die Regelung: Lange Wartezeiten auf einen Kassenplatz oder selber zahlen, das ist die Realität. In Deutschland wurden bereits geänderte Rahmenbedingungen für Psychotherapie auf Krankenschein umgesetzt.
Der Rechnungshof hat bereits 2019 die Umsetzung eines Gesamtvertrages empfohlen.

Zusätzlich sind auch die österreichischen Kinder- und Jugendpsychiatrien überfüllt. Hier muss es zu einer Aufstockung der stationären Betten kommen, so der dringende Appell weiter.

Mit einer kompetenten Begleitung durch seelische Krisen können, erwiesenermaßen, Krankenstände und Frühpensionen reduziert werden. Freie kassenärztliche Behandlung darf nicht nur eine medizinisch-körperliche Angelegenheit bleiben.

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