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Ob Starlink, OneWeb oder Amazon: In Zukunft sollen tausende von Minisatelliten im Erdorbit kreisen

Bild: pixabay
Sie sollen von dort flächendeckendes Breitband-Internet auf die Erde bringen. Doch diese Mega-Konstellationen wecken auch Kritik. Denn die unzähligen neuen Satelliten füllen die Erdumlaufbahn weiter auf und erhöhen das Risiko für Kollisionen. Astronomen befürchten zudem, dass ihre Sicht auf den Kosmos zunehmend gestört wird.

Als erster am Start war das Unternehmen SpaceX, das bereits 2019 die ersten 60 Satelliten der Starlink-Konstellation in den Orbit brachte. Seither ist das Satellitennetz stetig weiter angewachsen. Bis 2027, so die Planung, sollen knapp 12.000 dieser untereinander vernetzten Kommunikationssatelliten die gesamte Erde in 550 Kilometern Höhe überziehen.

Schon die ersten Satellitenstarts sorgten für Aufsehen. Denn in den Tagen nach dem Orbittransport der ersten Starlink-Satelliten waren sie als Band aus hellen Lichtpunkten am Himmel sichtbar. Ihre flachen, glänzenden Metalloberfläche reflektierten das Sonnenlicht und dies war wegen ihrer geringen Flughöhe deutlich zu erkennen. Entgegen den von SpaceX-Gründer Elon Musk im Vorfeld geäußerten Versicherungen überstrahlten die Lichtpunkte sogar helle Sterne.

Dies sorgte auch bei Astronomen für Besorgnis. Denn Satellitenschwärme wie Starlink könnten durch diese hellen Reflexionen künftig die Erforschung des Sternenhimmels empfindlich behindern. Schon jetzt sind einige Aufnahmen von Teleskopen unbrauchbar, weil Satelliten im falschen Moment durch das Bild geflogen sind. Die Astronomen befürchten, dass bald schon mehr Satelliten als Sterne am Himmel zu sehen sein könnten.

Hinzu kommt, dass alle glänzenden Objekte im Orbit, egal on Satelliten oder Schrotteile, durch ihre Reflexion des Sonnenlichts ein diffuses Streulicht erzeugen, das auch die Nachtseite der Erde aufhellen kann. Allein die schon existierenden Satelliten und orbitalen Schrottteile hellen die Nacht im Schnitt um rund 16 bis 20 Mikrocandela pro Quadratmeter auf. „Diese Lichtmenge entspricht rund zehn Prozent der natürlichen Helligkeit der Nacht“, erklärt John Barentine von der International Dark-Sky Association.

Das aber bedeutet, dass der Nachthimmel selbst fernab von irdischen Lichtquellen inzwischen heller ist, als er sein dürfte. Allerdings gibt es bereits Bemühungen, die Lichtverschmutzung durch die Satelliten-Konstellationen zu verringern. So hat SpaceX seinen Satelliten schon eine  spezielle Beschichtung verpasst, die die Oberfläche weniger glänzend machen soll.

Doch es gibt eine weiteres Problem: Je mehr Mini-Satelliten in den niedrigen Erdorbit gebracht werden, desto voller wird diese ohnehin schon von vielen Satelliten und Weltraumschrottteilen bevölkerte Region.

Wenn jetzt die Konstellationen von Starlink und Co dazu kommen, wird sich die Gefahr von Kollisionen weiter erhöhen. Eine ersten Fast-Zusammenstoß gab es am 2. September 2019, als die ESA mit ihrem Erdbeobachtungssatelliten Aeolus ein Ausweichmanöver fliegen musste, weil eine Kollision mit einem Starlink-Minisatelliten drohte. Eigentlich sollen die Starlink-Satelliten automatisch anderen Flugobjekten ausweichen, doch dies passierte in diesem Falle nicht. Daher mussten Triebwerke des Aeolus-Satelliten gezündet werden, um ihn aus dem Weg zu schieben. Seine Flugbahn wurde gerade noch rechtzeitig um 350 Meter angehoben und so die Kollision knapp verhindert.

Das Problem wird dadurch verschärft, dass es bisher keine klaren Verkehrsregeln im Orbit gibt. Wer wem ausweichen muss, ist nicht von vornherein klar – und das erschwert das schnelle Reagieren.

Aber selbst wenn es Regeln gäbe, kann es immer passieren, dass ein Mini-Satellit nicht richtig funktioniert und zu einem weiteren Weltraum-Schrottteil wird. Die Flugbahn solcher „toter“ Satelliten ist nicht mehr zu kontrollieren und oft unberechenbar. Das macht sie zu einem noch größeren Kollisionsrisiko. Schätzungen zufolge könnte die Ausfallrate bei den Mega-Konstellationen bei fünf bis sechs Prozent liegen. Einige Experten gehen sogar noch von höheren Ausfallraten und damit noch größeren Kollisionsrisiken aus.

So positiv sich die Satelliten-Netze demnach für die irdische Telekommunikation auswirken könnten, so riskant sind sie für die Raumfahrt. Ob die Probleme der Kollisionen und Lichtverschmutzung in naher Zukunft gelöst werden können, bleibt abzuwarten.

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