KÄRNTEN ECHO

Lukaschenko mit 80 Prozent wiedergewählt

Viele Ungereimtheiten und Behinderung von Wahlbeobachtern.

Die gestrige Wahl in Weißrussland war, laut Wahlbeobachtern, das ungleiche Ringen zwischen der Staatsmacht und der Opposition. Drei der vier Kandidaten gegen Lukaschenko galten als „Aushängeschild“. Die einzige ernsthaft Gegenkandidatin, Swetlana Tichanowskaja, die Frau des verhafteten Oppositionsführers, mobilisierte Zehntausende Weißrussen bei ihren Wahlkampfauftritten. Bei der Wahl zum nächsten Präsidenten Weißrusslands bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen, aber die unabhängigen Wahlbeobachter wurden auf die Straße gesetzt. Laut eines TV-Kanals gab es schon am späten Nachmittag Wahllokale in denen fast 100 Prozent der Stimmen abgegeben wären. Die Online-Plattform „Stimme“ ersuchte um Fotos des Stimmzettels, um das offizielle Wahlergebnis parallel dazu kontrollieren zu können.  „Char­ti­ja 97“ ap­pel­lier­te an die Weiß­rus­sen, die Auszählung zu kontrollieren und sich vor den Wahl­lo­ka­len zu ver­sam­meln.

Das vor­läu­fi­ge Wahl­er­geb­nis wird heute, Montag Nach­mit­tag er­war­tet. Gestern meldete die Opposition bereits die Verhaftung von acht Tichanowskaja Mitarbeitern und 28 Wahlbeobachtern. Eine Mitarbeiterin wäre nach Moskau geflüchtet. Mit landesweiten Protesten werde gerechnet. Am Wahltag versammelten sich bereits Busse voller Polizisten im Zentrum der Hauptstadt Minsk. An den Zufahrtsstraßen nach Minsk standen Militärfahrzeuge.

Bereits am späten Sonntagabend wurde verkündet, dass 80 Prozent der Weißrussen für Lukaschenko gestimmt hätten und 7 Prozent für Tich­a­now­ska­ja. Schon in der Nacht begannen 100.000 Menschen auf die Straße zu gehen und gegen das Wahlergebnis zu protestieren. Es kam zu blutigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und der Bevölkerung.