KÄRNTEN ECHO

Lebensmittelkonzern Spar setzt seine Lieferanten unter Druck

Bild: Spar/PG Studio
Der Handelskonzern duldet keine Lieferengpässe und Mindestbestellmengen der Lieferanten mehr

Der Standard berichtet in seiner Ausgabe vom 11.10., dass österreichische Produzenten und Lieferanten einen aktuellen Brief von Spar bekommen haben, in welchem der Handelskonzern neue Lieferbedingungen vorschreibt.
Zum Beispiel ist darin zu lesen, dass zu Weihnachten keine Liefereinschränkungen wegen Betriebsurlaube mehr akzeptiert werden. Es wird auch keine „nicht verfügbare“ Ware akzeptiert.
D. h. der Warenfluss muss ungehindert, laufend und fortwährend gewährleistet werden. Anderenfalls werde der Lieferant zu einer Wachstumsbremse.
Mit der Ansage, wenn der Konzern mit seinen 45.000 Mitarbeitern in Spitzenzeiten an die Leistungsgrenzen gehen könne, könnten es die Lieferanten auch, fühlen sich die Produzenten unter Druck gesetzt. Bei den so Angesprochenen läuten die Alarmglocken. Für viele ist darin eine versteckte Drohung enthalten.

Spar weist auch darauf hin, dass „ab sofort und bis auf weiteres keine Mindestbestellwerte“ mehr akzeptiert würden. Ein mittelständischer Unternehmer fragt sich ironisch, wie denn das wohl mit dem Anbau von saisonalem Obst und Gemüse möglich wäre. 3 Kisten Radieschen? Unter bestimmten Mengen zu liefern rechnet sich nicht und der Handel retourniere sowieso jede Ware, die nicht makellos wäre.

Spar weist die Unterstellungen zurück und meint, der Konzern habe 2019 um den Jahreswechsel mit erheblichen Versorgungsproblemen gekämpft, weil viele Lieferanten zu Weihnachten einfach Betriebsurlaub gemacht hätten. Und dem wolle man mit dem Brief einfach eine Riegel vorschieben.

Der Salzburger Handelskonzern Spar hat 2019 bei Erlösen und Gewinn deutlich zugelegt. Der konsolidierte Konzern-Nettoumsatz lag bei 11,2 Mrd. Euro – ein Plus von 4,9 Prozent. In der Sparführungsetage gibt es mit Mag. Fritz Poppmeier einen neuen Vorstand für Expansion und Einzelhandel.

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