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Klagenfurt: Vollspaltenbodenprotest des VGT bei Köstinger Pressekonferenz

Bild: pixabay
Bei den Verhandlungen um das Ende des Vollspaltenbodens in der Schweinehaltung geht es jetzt ums Ganze. Mit dem Entschließungsantrag Mitte Dezember ist bei weitem noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Die Regierung muss jetzt eine Reform sowohl des Tierschutzgesetzes als auch der 1. Tierhaltungsverordnung vorschlagen. Viele Fachleute und sogar viele aus der Schweinebranche wünschen sich eine Änderung.

Deshalb haben Kärntner Tierschützer:innen des VGT heute bei einer Pressekonferenz der Landwirtschaftsministerin zusammen mit dem Kärntner Landeshauptmann Kaiser in Klagenfurt an das Problem mit dem Vollspaltenboden in der Schweinehaltung erinnert. Im Schweinekostüm forderte eine Aktivistin „Stroh statt Beton“.

Die Regierung hat zwar den Ausstieg aus der Schweinehaltung auf Beton-Vollspaltenboden verkündet, und in einem Entschließungsantrag beschlossen, das allen Neu- und Umbauten von Schweinefabriken ab 2023 das dänische System mit „Liegebereich“ vorgeschrieben wird. Das dänische System bedeutet, es werden nur noch halb so viele Spalten wie bisher erlaubt sein. In Dänemark ist diese Haltungsform seit 2000 für Neu- und Umbauten und seit 2015 für alle Betriebe verpflichtend.

Aber Fotos des VGT beweisen, dass vom Ausstieg aus der Haltung auf Vollspaltenboden keine Rede sein kann. Zwar wird in einem Teil der Bucht nur mehr jede zweite Bodenspalte fortgesetzt, aber man muss schon genau hinsehen, um überhaupt zu erkennen, was sich da geändert hat. De facto ist es der gleiche Boden wie bisher, mit dem gleichen Effekt für die Tiere. Man sieht geschwollene Gelenke und Schwielen an den Beinen der Schweine. Natürlich ist der Ammoniakdampf ebenfalls unverändert intensiv.

Dieses dänische Haltungssystem soll die vorbildliche Schweinehaltung der Zukunft in Österreich in ein paar Jahrzehnten werden? Der VGT verlangt Stroh für die Schweine. Nur bei weicher Einstreu kann man von einem echten Liegebereich sprechen. Und dafür darf der Boden dieses Liegebereichs überhaupt keine Spalten aufweisen, nicht nur mehr die Hälfte.

Der VGT appelliert an Tierschutzminister Mückstein, dieses neue, in Dänemark bereits uralte System nicht ins Gesetz zu schreiben. Notwendig ist ein großer Wurf in der Schweinemast, eine echte Neuerung, keine Fortsetzung der alten tierquälerischen Haltung in neuer Form.

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