KÄRNTEN ECHO

Kein MSC Fisch am Karfreitag

Bild: pixabay
Kritik an MSC wegen Industrie-Fangflotten mit zerstörerischen Fangmethoden. Greenpeace fordert ein Hochseeschutz-Abkommen statt Greenwashing-Gütezeichen.

Fisch ist ein beliebtes und vor allem gesundes Lebensmittel. Lange schien es, als wäre in den Tiefen der Meere eine unendliche Menge an nahrhaftem Fisch vorhanden. Doch nun kämpfen Ökosysteme und Fischer gleichermaßen mit dem Problem der Überfischung. Wale, Kabeljau, Thunfische und andere schmackhafte Meeresbewohner werden vom Menschen bis zur völligen Ausrottung gejagt. Aber auch nicht jeder Zuchtfisch ist eine ökologische und gesunde Alternative zur Überfischung der Meere.

Anlässlich des Karfreitags, an dem die Menschen in Österreich gerne zu Fisch greifen, warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace vor Fisch mit dem MSC-Siegel. Das vermeintliche Öko-Label steht in Zusammenhang mit zerstörerischen Fischfangmethoden wie dem Einsatz von Grundschleppnetzen durch Industrie-Fangflotten sowie der Ausbeutung von Menschen auf den Schiffen von MSC-zertifizierten Konzernen. Den KonsumentInnen suggeriert der MSC aber hohe Standards, kritisiert Greenpeace. Statt Greenwashing-Gütezeichen wie MSC brauche es ein Hochseeschutz-Abkommen für mindestens 30 Prozent der Meere, so die Umweltschutzorganisation. KonsumentInnen empfiehlt Greenpeace, zu heimischem Bio-Fisch zu greifen.

Doch nicht nur die Umwelt leidet. Auch die Menschen auf den Schiffen von großen Konzernen mit Verbindungen zu MSC werden ausgebeutet. So hat Greenpeace voriges Jahr Hinweise auf Zwangsarbeit auf Schiffen des Konzerns FCF erhalten, der für einige Schiffe seit 2018 das MSC-Siegel erhalten hat. FCF zählt zu den drei größten Thunfisch-Verarbeiten der Welt. Verantwortungsvolle Fischerei unterstützt weder Überfischung, noch zerstört sie die Meere. Bei MSC gibt es zahlreiche Hinweise und Untersuchungen dazu, dass beides in der Lieferkette vorkommt. Mit ernstzunehmender Umweltzertifizierung hat das nichts zu tun. Statt des Öko-Schwindels mit Zertifikaten braucht es starke Gesetze zum Schutz der Meere. Deshalb wird ein UN-Hochseeschutz-Abkommen gefordert, das die Grundlage für weitreichende Meeresschutzgebiete darstellt. Bis 2030 sollen 30 Prozent aller Weltmeere unter Schutz stehen.

Unter https://www.umweltberatung.at/heimischer-fischgenuss oder unter  http://www.wildfang-naturfisch.at finden Fischlieber*innen Fische aus österreichischer Produktion.