KÄRNTEN ECHO

Investoren bauen jetzt auf Kärntens Berge

Bild: pixabay
Zuerst wurden die Kärntner Seenufer verscherbelt und mit Apartmenthäusern verschandelt, jetzt kommen die Kärntner Berge dran. Eine Bürgerinitiative will eine Umwidmung am Klippitztörl stoppen.

Mehreinnahmen für die Gemeinden.
Ein Zauberwort in Corona-Zeiten. Aber auch schon vor Corona gab es in den Gemeinden kein Halten bei Apartmenthäusern, Ferienwohnungen, Zweitwohnsitzen. In den Bergen heißen die Ferienwohnungen Alps Residence, Alpen Chalets, Mountain Resort, Alm Vital Ressort usw. Der Begriff aber, unter dem alles subsummiert wird, lautet Betongold. Mit wunderbaren Hochglanzbildern wird für Feriendörfer in den Bergen geworben. Denn nicht nur Einheimische und Touristen sind in den Bergen unterwegs, sondern immer mehr Investoren und betuchte Privatpersonen, die sich ein Chalet (ursprünglich Sennhütte) in den Kärntner Bergen bauen lassen.

59 Objekte sind es auf Bad St. Leonharder Gemeindegebiet. 42 sind gewidmet, 77 Grundstücke warten noch auf ihre Widmung. Am Ende sollen es 170 Wohneinheiten in Bad St. Leonhard werden, meint der Tourismusreferent Dieter Dohr. Natürlich wird auf die Abwanderung hingewiesen und die Möglichkeit damit die Gemeindeeinnahmen zu steigern und es wird darauf hingewiesen, dass es am Ende eine Wertschöpfung von 3.9 Millionen Euro geben werde.

Trotzdem sind diese Feriendörfer eine eigene Republik. Eingekauft wird im Tal, gekocht wird im Haus. So wie zuhause, egal wo das Herkunftsland der Gäste ist. Es soll eine eigene Sauna und eine Tiefgarage bei jeder „Sennhütte“ geben, verkündet der Gesellschafter der Errichter GmbH. Aber, sagt er vorsorglich, der Baustart 2021 hängt natürlich vom Verkaufsergebnis der Immobilien ab, denn zuerst wird verkauft, dann wird gebaut.
Und die Träume der dortigen Gastronomie von den vielen Gästen, die dann in den Hütten der Hüttengaudi nachgehen und sich am Skilift drängen werden, spielt sich leider in Coronazeiten nicht mehr.

Jetzt will eine Bür­ger­initia­ti­ve die Um­wid­mung in Bauland auf Wolfs­ber­ger Seite stoppen. Der Initiator der Bürgerinitiative meint, bis jetzt gäbe es nur negative Gutachten für das Immobilienprojekt, das 6 Ferienwohnungen und fünf Chalets umfassen soll.

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