KÄRNTEN ECHO

In Europa wird viel Weizen an Tiere verfüttert

Bild: pixabay
Mit zehn Prozent weniger Tierhaltung können ausfallende Weizenimporte aus der Ukraine gut kompensiert werden rechnet Greenpeace nach. In Nordafrika oder Westasien ist hingegen Weizen ein Grundnahrungsmittel.
KOMMENTAR / MEINUNG

Die Umweltorganisation schlägt deshalb vor, dass die EU den Bauern bei einer Reduktion von Masttieren Prämien zahlen sollte. Bereits 2016 wurden schon Landwirte unterstützt um weniger Milch zu produzieren.

Ähnlich argumentiert der EU-Grüne Thomas Waitz. Als Bauer sieht er in den agrarpolitischen Massnahmen der EU den verkehrten Weg. Die hohen Gas- und Kunstdüngerpreise, bedingt durch den Krieg in der Ukraine, betreffen die Agrarindustrie. Und deshalb sollen nun Brachflächen, die dem Naturschutz vorbehalten sind, für den Anbau von Tierfutter freigegeben werden.

Seiner Meinung nach leben wir hier in der EU so im Überfluss, dass wir 30 Prozent der produzierten Lebensmittel wegwerfen. 290 Millionen Tonnen Getreide werden in Europa produziert. Davon essen wir 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent verfüttern wir in der Massentierhaltung und verbrennen es in Biogasanlagen. Wir jammern also auf hohem Niveau.

Nach Waitz kann die Agrar-Industrie der Billigfleisch-Produzenten nur existierten, weil es Billig-Futtermittelproduzenten gibt, die unter hohem Kunstdünger- und Pestizideinsatz diesen Kreislauf am Leben halten. Dieser Kreislauf ist klima- und umweltschädlich. Die regionale Landwirtschaft hingegen, die klimaschonend arbeitet, ist von Lieferengpässen weniger betroffen. Seiner Meinung nach kann dieser Kreislauf von Masttieren-Kunstdünger-Pestiziden nur unterbrochen werden, wenn tierhaltende Betriebe mindestens 75 Prozent ihrer Futtermittel selber produzieren.

Die einzigen, die im Augenblick diese Prinzipien in ihren Vereinsrichtlinien jedoch festhalten, sind die Demeter-Bauern und Bäuerinnen mit der biodynamischen Wirtschaftsweise. Das Ideal dieser Wirtschaftsweise ist die Kreislaufwirtschaft: Der Landwirt, die Landwirtin hält nur so viele Tiere am Hof, wie mit dem Land ernährt werden kann. Demeter-Höfe sind Bauernhöfe mit Tieren. Das Wohl der Tiere liegt den Bauern und Bäuerinnen am Herzen. Nur der Mist der Tiere sorgt für die Bodenfruchtbarkeit. Und es wird viel in Rhythmen gearbeitet.

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