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Greenpeace: Blumenerde unter der Lupe

Bild: pixabay
Der aktuelle Marktcheck von Greenpeace zeigt: 60 Prozent, also mehr als die Hälfte der in Baumärkten, Gartencentern und Supermärkten erhältlichen Blumenerde enthält naturzerstörenden Torf. Denn Torf in Blumenerde befeuert die Klimakrise und vernichtet den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. 

Für den Abbau von Torf werden Feuchtgebiete trockengelegt und das Ökosystem Moor unwiederbringlich zerstört. Das hat auch fatale Auswirkungen auf unser Klima: Bei der Entwässerung von Mooren entweichen jahrhundertelang gespeicherte Treibhausgase und zusätzlich gehen sie als Speicher für CO2 verloren.
Moore machen zwar nur drei Prozent der Landoberfläche aus, speichern jedoch weltweit ein Drittel des globalen Kohlenstoffs im Boden. Trotz dieser relevanten Aufgabe, sind global bereits rund 85 Prozent aller Feuchtgebiete zerstört. In Österreich sind 90 Prozent der ursprünglichen Feuchtgebiete vernichtet. Das trägt auch maßgeblich zur Artenkrise bei: In Österreich sind 39 Prozent aller Tierarten vom Aussterben bedroht.

Viele Produkte sind mit Angaben wie “torfreduziert” oder „torfarm“ auf den Packungen beschriftet. Diese Hinweise sagen allerdings nichts über die tatsächliche Menge an Torf in den Produkten aus. Denn der Torfanteil kann hier bis zu 70 Prozent betragen.

Die Bezeichnung „Bio“ ist für Blumenerde nicht geschützt und bezieht sich nur auf die Verwendung: Für sogenannte Bio-Erde gilt, dass sie für den biologischen Anbau geeignet sein und nur organischen Dünger enthalten darf. Herkömmlich produzierte Bestandteile in der Erde sind erlaubt. Leider ist auch in Bio-Erde die Verwendung von Torf erlaubt. Daher ist auch bei diesen Produkten unbedingt auf den Hinweis „torffrei“ zu achten.

Wer sich genau informieren möchte schaut hier nach: Factsheet_Blumenerde_Maerz22

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