KÄRNTEN ECHO

Impfpflicht-Sager des steirischen Landeshauptmanns regt auf

Bild: kaernten-echo.at
Von führenden ÖVP-lern kommen in den letzten Wochen immer wieder Aussagen zur Impfpflicht. Zuerst war es Oberösterreichs Stelzer, jetzt ist es der Steirer Schützenhöfer.

Wäre das Thema nicht so ernst könnte man glatt meinen die Landeshauptleute spielen das Spiel „good Cop, bad Cop“. Die Landeshauptleute zündeln, der Bundeskanzler gibt sich staatsmännisch und wiegelt bei einer Pflichtimpfung ab.

In Anbetracht der in den letzten Tagen angebotenen Masssentests und dem geringen Interesse der Bevölkerung daran sind die Vorstöße der Landeshauptleute fast verständlich. Denn leider blieb der Ansturm zu den freiwilligen Tests unter den Erwartungen. In Kärnten kamen 105.000 Kärnten*innen zu den Teststationen. Das sind nur 19 Prozent. Mindestens 50 Prozent wurden von der Kärntner Landesregierung erwartet.

Einvernehmlich wurde in den Medien von der guten Organisation und professionellen Betreuung an den Teststationen berichtet. Es kam zwar zu einigen Pannen, wie fehlerhaften Testkits, aber alle Testungen verliefen gut. Und viele Befragte äußerten sich positiv über den Testablauf.

Aber das geringe Interesse der Bevölkerung alarmiert die verantwortlichen Behörden und Politiker. Denn symptomfreie, aber infektiöse Menschen sind eine Quelle immer neuer viraler Kontakte. Diese Tatsache verdrängen wir sehr gerne. Wir vergessen auch, dass durch unsere Uneinsichtigkeit – ich geh sicher nicht zum Test – die angespannte wirtschaftliche Situation mit immer wieder neuen Lockdowns weiter am Leben erhalten wird.
Denn eines wissen wir, die Lockdowns zur Eindämmung der viralen Ausbreitung reduzieren unser soziales Leben. Isolation, verringerte Kontakte, geschlossene Geschäfte. Keine Reisen. Keine Veranstaltungen. Kein Fußball. Keine Feste. Kein Gasthausbesuch und keine Nachtlokale. Keine Kleinkunst. Kein Theaterbesuch. Nicht mehr ins Kino. Die Haare selber schneiden. Klein- und Großunternehmer, die um ihre Existenz und die ihrer Mitarbeiter bangen. Und so weiter. Das alles könnte durch die freiwillige Testung verhindert werden.

Das Gesundheitsministerium überlegt sich ein Bonussystem für die nächsten Testungen aber auch über Sanktionen wird nachgedacht. In der Slowakei mussten Testverweigerer 10 Tage in Quarantäne.
In Kärnten werden wieder Mas­sen­tests von 8. bis 10. sowie von 22. bis 24. Jän­ner angeboten.

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