KÄRNTEN ECHO

Greenpeace-Recherche: Lebensmittel im Wert von mindestens 1,4 Milliarden Euro werden jährlich verbrannt

Bild: pixabay
Die NGO fordert dringend notwendige Verbesserungen und rechtlich verbindliche Ziele im geplanten Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung der Bundesregierung.

Ein Video von noch originalverpackten Fleischbergen in einer österreichischen Abfallwirtschaftsanlage hat im Jänner ganz Österreich schockiert. Das Fleisch kommt von einem der vier großen Lebensmittelanbieter in Österreich und das Verbrennen nicht verkaufter Ware ist laut Geschäftsleitung normal.

Nun hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace nachrecherchiert, wie viele Lebensmittel unverzehrt in Österreichs Müllverbrennungsanlagen landen. Das Ergebnis: Jährlich werden Waren im Wert von mindestens 1,4 Milliarden Euro verbrannt. Die umsonst hergestellten Lebensmittel verursachen 1,5 Millionen Tonnen CO2 jährlich. Das entspricht in etwa dem halben österreichischen Flugverkehr vor Corona und zeigt das enorme Einsparungspotential. Tiere werden gezüchtet und dann getötet nur um ihr Fleisch wegzuwerfen, zu verbrennen. Das Volumen an vermeidbaren (!) Lebensmittelabfällen wird in Österreich auf 800.000 – 1.000.000 Tonnen pro Jahr geschätzt. Der Großteil der Lebensmittel geht am Ende der Wertschöpfungskette, etwa im Einzelhandel und in den Haushalten, verloren.

Der Obmann der Grünen Bauern und Bäuerinnen, Clemens Stammler, selbst Biobauer, zeigt sich angesichts dieser Bilder entsetzt.

Der Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung soll noch heuer präsentiert werden, sagt Stammler: „Es kann nicht sein, dass jeder dritte Stier, den wir Bäuerinnen und Bauern großziehen, in die Tonne getreten wird. Es gibt dringenden Handlungsbedarf und den fordere ich von allen Beteiligten ein. Nicht nur als Abgeordneter, sondern vor allem als Bauer und als Mensch mit sozialem Gewissen“.

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