KÄRNTEN ECHO

Greenpeace Österreich untersuchte Südfrüchte aus Brasilien

Bild: pixebay
In neun von zwölf Früchten aus Brasilien konnten Pestizide nachgewiesen werden. Jede zweite Probe war mit in der EU verbotenen Pestiziden belastet.

Die zwölf konventionell angebauten Südfrüchte aus Brasilien – Mangos, Papayas, verschiedene Melonensorten – wurden in österreichischen Supermärkten und im Großhandel gekauft und in einem unabhängigen Labor nach Pestizidrückständen untersucht.

Drei Viertel der Früchte waren allgemein mit Pestiziden belastet und in jeder zweiten Probe konnten Pestizide nachgewiesen werden, die in der EU verboten sind! Zwei dieser nachgewiesene Pestizide überschritten dabei sehr deutlich den Grenzwert. Zwei Stoffe, die erbgutverändernd wären, lagen bei der Überschreitung des Grenzwerts bei 120 bzw. 170 Prozent.

Es gibt gute Gründe, warum der Einsatz einiger Pestizide in Europa streng verboten ist. Manche dieser Gifte sind nicht nur verheerend für die Umwelt, sondern auch gesundheitsschädigend. Sie wirken hormonell auf den Körper, können das Nervensystem schädigen oder stehen in Verdacht, krebserregend zu sein.

Greenpeace ist erklärter Gegner des Mercosur-Freihandelsabkommens zwischen der EU und südamerikanischen Staaten wie Brasilien und Argentinien. Die Umweltorganisation befürchtet, dass europäische Chemiekonzerne, durch das Fallen der Zollschranken im Mercosur-Abkommen, noch mehr, in der EU verbotene, Chemikalien nach Südamerika verkaufen. Im Jahr 2019 wurden verbotene Pestizide im Wert von 900 Millionen Euro nach Südamerika exportiert. In Brasilien werden weiterhin mindestens 149 Pestizide eingesetzt, die in der Europäischen Union verboten sind, weil sie besonders schädigend für Umwelt und Gesundheit sind.

Diese Geschäfte müssen aufhören, verlangt die Umweltorganisation. Ein Exportverbot dieser Chemikalien gehört her.

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