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Forscher der Universität für Bodenkultur sehen Mercosur Abkommen kritisch

Bild: pixabay
Fazit: Das Mercosur-Abkommen steht in vielen Punkten konträr zu den Zielen des "Green Deals" der EU. In Südamerika gäbe es keine Klimaschutz-Bestrebungen.

Wie auf ORF.at https://science.orf.at/stories/3201649/ nachzulesen ist, erschien Anfang September ein Forschungsbericht der Boku im Fachjournal „One Earth“, der auf die gravierenden Anbau-Unterschiede im Mercosur-Pakt hinweist.
Die Forscherinnen und Forscher listen die nicht vorhandenen Nachhaltigkeitskritierien der südamerikanischen Staaten auf.
Besonders der Widerspruch zu europäischen Umweltschutzauflagen ist eklatant. Südamerika setzt mit der Entwaldung und Brandrodung große Mengen an Kohlendioxid frei und beschleunige damit das Artensterben.

Der Bericht kritisiert, dass die EU führend beim Import von Produkten aus dem landwirtschaftlichen Bereich ist, die durch die Zerstörung von Wald und Boden erwirtschaftet werden. Alle drei Minuten werde in der Anbauregion Südamerikas ein Fussballfeld gerodet, damit die EU über zehn Millionen Tonnen Gen-Soja und 200.000 Tonnen Rindfleisch aus den Mercosur-Staaten importieren kann.

Die Forscher und Forscherinnen fragen sich, wie es sein kann, dass auf illegal abgeholzten Flächen in Brasilien, Bolivien, Paraguay usw. die darauf angebauten Produkte dann ganz legal auf dem europäischen Markt verkauft werden.
Sie plädieren in ihrem Bericht für nachhaltige Handelsabkommen und die Rückverfolgbarkeit der Herkunft landwirtschaftlicher Produkte. Sie plädieren für Respekt vor den indigenen Völker und den lokalen Gruppen in den Anbaugebieten. Sie fordern die EU auf, keine Produkte mehr zu importieren, die im Anbauland Chaos verursachen. Die EU solle die Führung im nachhaltigen Welthandel übernehmen.

Sie schlagen kollektive Rechtsbehelfe für unterrepräsentierte Gruppen vor und die Installation von Rechtsmitteln, die Unternehmen für ihre Lieferketten verantwortlich machen. Sie schlagen eine Aussetzung des Handels vor, wenn Unternehmen Entwaldung und Menschenrechtsverletzungen nachgewiesen werden können.

Die Forscherinnen und Forscher weisen auch darauf hin, dass es keine Notwendigkeit für eine weitere Entwaldung in Brasilien gäbe. Verbesserte Anbaubedingungen und die Wiederherstellung von zerstörten Flächen können die derzeitigen Anbauflächen erhalten und müssen nicht erweitert werden.

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