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Die Geschichte der „Superfood“ Avocado

Bild: pixabay
Bereits vor 10.000 Jahren von den Azteken im südlichen Mexico angebaut, treibt die Avocado heute vielen Umweltschützern und -schützerinnen den Schweiss auf die Stirn. Der Wasserverbrauch beim Anbau, die schnelle Verderblichkeit der Früchte und die langen Transportwege stehen im Gegensatz zu ihrem Nährstoffgehalt.

Sie wird gerne als Superfood angepriesen. Soll beim Abnehmen helfen, das Cholesterin in unseren Blutgefässen reduzieren. Ihre Fette sind ungesättigt also gesund. Sie hat viele Vitamin-B, A, E und Mineralstoffe wie Kalium (entwässernd) sowie viele Aminosäuren, die unser Körper zum Aufbau von Muskeln und dem Stress-Abbau braucht. Und ihr Omega-3-Fettsäure-Gehalt ist hoch. Das Avocado-Öl wird in der Kosmetik eingesetzt, auch in der Bio-Kosmetik.

Dem gegenüber steht die schlechte Ökobilanz des Avocadoanbaus. Die Bäume brauchen fürs Wachstum viel Wasser und konstante warme Temperaturen. Warme Temperaturen gibt es in Ländern wie Mexico, Peru, Chile, Kenia, Südafrika.

Durch den steigenden Absatzmarkt steigen immer mehr Länder (Israel, Kalifornien, Australien, Spanien) in den Avocadorun ein. In vielen dieser Länder herrschen aber bereits gravierende Wasserprobleme mit immer wieder auftretenden Dürren.
Am Anfang des Avocadoanbaus standen Kleinbauern mit kleinen Plantagen. Der Superfruchttrend lies Großgrundbesitzer in den Mono-Avocado-Kulturen-Anbau einsteigen. Und damit stieg auf den Plantagen der Dünge- und Pestizideinsatz. Ergebnis: Ausgelaugte Böden, illegal abgeholzte Wälder.
Sowie eine Bevölkerung, die zunehmend unter  Leber- und Nierenproblemen in den Anbaugebieten leidet. Zusätzlich hat sich in Mexiko und Südafrika ein kriminelles System um den Avocado-Anbau etabliert, mit „Steuer-Erpressungen“ und Schutzgeld.

Zu den ökologischen und sozialen Brüchen kommen die Transportwege mit riesigen Kühlcontainern dazu, die die Öko-Bilanz der Avocado ins negative ziehen. Bei uns landet dann die Superfrucht zum Spottpreis im Supermarktregal.

Es gibt aber auch Alternativen:

Wir kaufen nur Bio-Avocado-Früchte, obwohl die auch viel Wasser verbrauchen, aber beim Anbau wird auf die Ökologie geachtet.
Oder wir adoptieren, mit vielen anderen Verbraucherinnen und Verbrauchern, einen Avocadobaum durch ein Crowdfunding-Projekt. So unterstützen wir die Bauern direkt, ohne Zwischenhändler.
Oder wir essen heimisches Gemüse. Zum Beispiel rote Rüben (Rohnen), die mit ihrem Nährwert auch zu den Superfoods zählen. Und die berühmten Omega-3-Fettsäuren, nach denen wir alle lechzen, gibt es im Leinöl, den Leinsamen, Walnüssen und Walnussöl, Rapsöl, Hanföl und auch im heimischen Fisch.

Es müssen also weder Avocados noch Lachs importiert werden. Alles, was wir für ein gesundes Essen brauchen, wächst auch bei uns.

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