KÄRNTEN ECHO

Akademikerhilfe saniert Studentendorf

Bild: akademikerhilfe.at
Auch das Mozartheim soll ab 2024 erneuert werden, aber nicht für Student*innen. Privater Investor plant "exclusive Einzelzimmer" und Zubau.

Klagenfurt ist Schulstadt und beherbergt die Alpen-Adria-Universität. Hier befindet sich die Pädagogische Hochschule und ein Ausbildungsstandort der Fachhochschule Kärnten. Es gibt also über 12.000 Student*innen, die in Klagenfurt auch wohnen möchten. Acht Prozent von ihnen suchen Plätze in Wohnheimen und der Semesterstart ab Oktober wird ihnen die Suche nicht erleichtern, denn mit dem verordneten Lockdown ab Dienstag wird es nicht besser.

2011, in der Zeit der SPÖ/ÖVP-Bundesregierung, wurde die Investitionsförderung der öffentlichen Hand für Studentenheime eingestellt. Viele der Studentenheime wurden damals von gemeinnützigen, nicht gewinnorientierten,  Betreibern geführt. Die konnten sich dann die Sanierungen der Gebäude nicht mehr leisten und verkauften an private Investoren. Das ist auch mit dem Klagenfurter Mozartheim geschehen, das an eine der Riedergarten Immobilien Gesellschaften verkauft wurde.

In der Landeshauptstadt gibt es das Studentenheim Concordia in der Hubertusstraße, das Hermagoras-Studentenheim in der 10. Oktober-Straße und der Karfreitstraße, das Nautilusheim am Nautilusweg neben dem Lokal „Uni-Wirt“, das Studentendorf in der Universitätsstraße und das Mozartheim in der Mozartstraße.

Jetzt wurden Pläne bekannt, dass das Mozartheim ab 2024 – bis dahin führt es noch die Akademikerhilfe – zu einem Ort „exklusiver Einzelzimmer“ mit sanierten, vergrößerten Nasszellen, neuen Küchen und Möbeln und einer Fußbodenheizung umgebaut werden soll. Auch Balkone kommen auf die Fassade. Die dahinterliegende Wiese wird einem Zubau mit einer Mischung aus Einzel- und Pärchenzimmern Platz machen und es werden sechs Millionen Euro in den Umbau investiert. Auch ein Co-Working-Space ist angedacht. Es soll eher von Absolvent*innen der Universität oder dem Uni-Personal genutzt werden, wird aus der Geschäftsführung gesagt. Unklar ist auch die Preisgestaltung. Was heißt zum Bsp. leichte Preisanpassung?

Damit ist auch klar, dass es sich nicht mehr um Student*innenzimmer handeln wird. Obwohl natürlich auch Student*innen darin wohnen können, wenn sie sich die erhöhte Miete leisten können und wollen. Der Trend am Immobilienmarkt geht, wie Immo-Entwickler betonen, am Wohnungsmarkt vermehrt in Richtung Garconniere, bedingt durch die Singelhaushalte.

Was zu beobachten ist, dass Aus- und Weiterbildungen immer mehr von der Finanzkraft abhängig wird. Von eingeführten Studiengebühren bis zu teuren Heimplätzen hin verengt sich der Zugang zu höherer Bildung für die Bevölkerung.

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