KÄRNTEN ECHO

Regenwaldzerstörung und Ausbeutung in Lieferkette von Milka-Konzern

Bild: pixabay
Milka-Mutter Mondelēz mitverantwortlich für Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzung - Greenpeace fordert EU-Gesetz für globalen Waldschutz

Der heute veröffentlichte Report „Süße Versprechen, bittere Realität” von Greenpeace Österreich zeigt auf, wie die beliebte Schokoladenmarke Milka und ihr Mutterkonzern Mondelēz International in die weltweite Zerstörung der Regenwälder und Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferkette involviert sind. 2019 konnten in Indonesien rund 10.000 Brandherde mit Palmöl-Zulieferbetrieben von Mondelēz in Verbindung gebracht werden. Aktuell läuft in den USA eine Klage gegen unter anderen Mondelēz wegen Beihilfe zur illegalen Versklavung tausender Kinder auf Kakaoplantagen. Greenpeace fordert starke, gesetzliche Rahmenbedingungen, damit keine Produkte aus Regenwaldzerstörung mehr am EU-Binnenmarkt landen können. Konzerne wie Mondelēz, Mars und Nestlé müssen dazu verpflichtet werden, ihre Lieferketten transparent zu machen und dürfen nicht länger Mensch und Umwelt ausbeuten. Die Bundesregierung müsse sich für ein starkes EU-Gesetz für globalen Waldschutz einsetzen, fordert die Umweltschutzorganisation.

Die beiden Palmöl-Produzenten und Mondelēz-Lieferanten Cargill und Wilmar (bzw. deren Sublieferanten) konnten von 2015 bis 2018 mit rund 300.000 Hektar verbrannter Fläche in Indonesien in Verbindung gebracht werden. Trotz zahlreicher Versprechen, eine faire und nachhaltige Lieferkette zu schaffen, kauft Mondelēz weiter von diesen Unternehmen Rohstoffe zu.

Der Milka-Konzern Mondelēz hat in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche freiwillige Verpflichtungen zu Waldschutz und Sozialstandards unterzeichnet oder selbst veröffentlicht. Fast alle davon wurden verfehlt, da die Ziele bis heute nicht erreicht wurden. So haben zahlreiche Konzerne – darunter Mondelēz – mehrmals öffentlich versprochen, bis 2020 Kinderarbeit und Regenwaldzerstörung zu stoppen. Laut aktuellen Berichten arbeiten schätzungsweise noch immer 1,5 Millionen Kinder in Ghana und der Elfenbeinküste im Kakaoanbau. Die Gefahr für Waldzerstörung ist global in den letzten Jahren sogar gestiegen.

„Nur ein Gesetz kann die Konzerne endlich verbindlich in die Verantwortung nehmen und dafür sorgen, dass keine Rohstoffe auf den europäischen Markt kommen, für deren Produktion Menschen ausgebeutet, Wälder zerstört und Tiere ihrer Heimat beraubt werden”, so Lukas Meus.