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NGO noyb reicht DSGVO-Beschwerden gegen Cookie-Banner ein

Bild: pixabay
Nach dem Versand von Warnungen und "Beschwerdeentwürfen" an mehr als 500 Unternehmen am 31. Mai wurden 42 Prozent aller Verstöße behoben.

Das europäische Zentrum für digitale Rechte (NOYB) unter dem Vorsitz Max Schrems, einem österreichischen Juristen und Datenschutzaktivisten, hat im Rahmen eines einjährigen Projekts zu irreführenden Designs und sogenannten „dark patterns“ bei Cookie Bannern 422 formale Beschwerden bei zehn Datenschutzbehörden eingereicht.

Denn obwohl 42 Prozent der angeschriebenen Unternehmen ihre Verstöße behoben haben, weigern sich 82Prozent aller Unternehmen ihr DSGVO-widriges Handeln ganz einzustellen. Die besagten 42 Prozent fügten eine „Ablehnen-Option“ zu Cookies auf ihren Webseiten hinzu.

Zu den Unternehmen, die die Verwendung von „dark patterns“ vollständig eingestellt haben, gehören globale Marken wie Mastercard, Procter & Gamble, Forever 21, Seat oder Nikon aber auch lokale Größen wie der österreichische REWE Konzern, der Reiseveranstalter LTUR, der Europapark Rust oder DHL.

Der größte Widerstand von Websites betrifft die Anforderung der DSGVO, den Widerruf so einfach wie die Erteilung der Einwilligung zu gestalten. Nur 18 % haben eine solche Option (ein sichtbares „Widerrufssymbol“) auf ihrer Website eingerichtet.

Weitere 36 „große“ Seiten widersetzten sich vollständig. Alle großen Plattformen wie Amazon, Twitter, Google oder Facebook haben sich geweigert, ihre Banner zu verbessern und argumentierten offen damit sie hätten das Recht Nutzer mit Manipulationen zu einem Klick auf den Okay-Button zu bringen erklärt Max Schrems auf der NOYB Webseite zum Thema.

Weiter erläutert er, dass es klare gesamteuropäische Regeln brauche, denn im Moment legen nationale, europäische Unternehmen die DSGVO sehr unterschiedlich aus.

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