KÄRNTEN ECHO

Neue Forschungen zur Bodendüngung

Bild: pixabay
Studie des Instituts für Ökologie der Universität Innsbruck deckt Zusammenhang zwischen trockenen, überdüngten Böden und der Entstehung von klimaschädlichem Lachgas auf.

Der Frühling naht. Die Felder werden bereits für die Aussaat vorbereitet. Auf vielen, noch schneebedeckten Äckern sieht und riecht man die dampfenden, brauen Dunghaufen, bereit zum Eingraben in die Erde. Zum „Düngen“ gibt es nun eine interessante Studie, die auf die Zusammenhänge von Überdüngung und Treibhausemissionen hinweist.

Denn in den vergangenen zehn Jahren hat der Ausstoß von Lachgas, einem hochwirksamen Treibhausgas, stärker zugenommen als vom Weltklimarat geschätzt. Lachgas gehört nämlich zu den wichtigsten ozonabbauenden Substanzen in der Stratosphäre. Es wirkt als Treibhausgas 300 mal stärker als CO2 und stammt größtenteils aus mit Stickstoff gedüngten Böden.

Schon im November 2019 weisen internationale Forscher*innen in einer großen Studie nach, dass speziell in Ostasien und Südamerika Lachgas in die Atmosphäre eingetragen wird. Bisher wurde von den Wissenschaftler*innen angenommen, dass hauptsächlich feuchte Böden (Monsun) Lachgas ausstoßen. Nun wurde von einem Forscherteam der Universität Innsbruck nachgewiesen, dass auch trockene Böden das klimaschädliche Treibhausgas ausstoßen.

In ihrer Versuchsreihe ahmten sie die klimatischen Bedingungen in den Alpen nach. Da herrschen Trockenheit und Starkregen vor, wie es derzeit durch den Klimawandel zu beobachten ist. Dabei entdeckten sie, dass, entgegen der gängigen wissenschaftlichen Meinung, Mikroorganismen auch in sehr trockenen Böden den Abbau von Nitrat zu Lachgas und Stickstoff verstoffwechseln.
Da besonders in der industriellen Landwirtschaft nach genauen monatlichen Düngeplänen gearbeitet wird und dabei oft das Prinzip „viel hilft viel“ vorherrscht, kann man also davon ausgehen, dass die Böden auch bei uns prinzipiell überdüngt sind. Dieses Wissen aus der Studie sollte dazu betragen den überhöhten Stickstoffeintrag in den Regionen zu überdenken und zu reduzieren.

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