KÄRNTEN ECHO

Klagenfurt: STOPP! Stadtteile ohne Partnergewalt!

Astrid Malle, SR(in) Corinna Smrecnik,Mag. Maria Rösslhumer (Projektleiterin) | Bild: StadtKommunikation / Krainz
Frauenreferentin Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik lud Expertinnen und Experten zu einem Workshop ein, um das neue Projekt „STOP! Stadteile ohne Partnergewalt“ vorzustellen und Maßnahmen zur Gewaltprävention sowie zum Opferschutz zu diskutieren.

Kaum eine Woche vergeht, in der in den Medien nicht von einem Gewaltverbrechen an einer Frau berichtet wird. Die Pandemie und ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben tragen leider ihren Teil dazu bei, dass es einen sichtbaren Anstieg an Vorfällen zu häuslicher Gewalt gibt. Um hier präventive Maßnahmen zu setzen, Opfern Schutz und Hilfe zu bieten, hat die Stadt Klagenfurt einen konkreten Schwerpunkt gesetzt: „STOP – Stadtteile ohne Partnergewalt: Klagenfurt macht mit!“ lautet die Initiative. Projekte dieser Art wurden in Deutschland bereits umgesetzt und gehen nun in Klagenfurt und Völkermarkt in die Pilotphase. „Konkret starten wir damit im Stadtteil Viktring, längerfristig sollen weitere Stadtteile eingebunden werden.“, erklärt die zuständige Referentin, Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik. Als Verantwortliche dafür konnte Mag. Maria Rösslhumer gewonnen werden. Sie ist u.a. Geschäftsführerin der autonomen Frauenhäuser in Österreich und hat die Frauen-Helpline gegründet. Vor Ort werden federführend das „Equaliz“-Zentrum und die Diakonie das Projekt unterstützen.

Einerseits geht es darum, eine Verbesserung der Hilfsleistungen und –angebote zu erzielen, es braucht einen niederschwelligen Zugang, um alle Personengruppen erreichen zu können. Andererseits muss Gewalt präventiv verhindert werden. Die Öffentlichkeit muss sensibilisiert werden, damit Gewalt gar nicht erst entstehen kann. Oft bemerkt das familiäre Umfeld oder Nachbarn Veränderungen, man traut sich aber nicht, einzugreifen. Diskutiert wurde auch darüber, wo Gewalt eigentlich beginnt oder wie sich Partnergewalt äußern kann.

Anhand von gezielter Öffentlichkeitsarbeit in den Wohnanlagen (Flyer, Plakate), Tür zu Tür-Gesprächen etc. soll das Bewusstsein in der Bevölkerung geweckt werden. Konkret erfolgt in Viktring die Zusammenarbeit mit der Diakonie, die ihren Sozialraum zur Verfügung stellt und der Initiative Viktring, die ebenfalls unterstützend tätig sein wird. Auch so genannte „Frauen- und Männertische“ werden organisiert, zu denen interessierte Personen kommen können, um zu erfahren, wie man helfen kann.

Gemeinsam mit den Experten sowie Vertretern des Klagenfurter Büros für Frauen, Chancengleichheit und Genrerationen wurden auch Ideen diskutiert wie man nach der Methode des „Community Organizing“ Rahmenbedingungen, Methoden, Maßnahmen und Ziele erarbeiten kann, um betroffenen Frauen und Familien hier helfen zu können.

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