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Klagenfurt: Fernkälte vor Ausbau

Bild: pixabay
Mit Fernkälte können Gebäude bei brütender Hitze, wie derzeit, gekühlt werden. Das erfolgt zum Teil energiesparender und klimafreundlicher als mit herkömmlichen Klimageräten

Wien hat es. Linz hat es. Salzburg hat es. Und Klagenfurt will es auch.
Wie der ORF Kärnten in seiner gestrigen Ausgabe berichtete, können in Klagenfurt schon bald größere Gebäude mit Fernkälte versorgt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Klimageräten spart Fernkälte rund 70 Prozent Energie und 50 Prozent CO2. Kompressoren und Kühltürme sind nicht mehr notwendig, benötigt wird nur ein Wärmetauscher. Die Fernkälte kann über die Fassade, die Decke, den Boden oder über Umluft in die Gebäude gebracht werden.

In Klagenfurt wird das Konzept von den Stadtwerken angeboten. Das gekühlte Wasser käme also von einer zentralen Produktionsstelle über ein Rohrleitungsnetz. Vor Ort brauche es nur einen Wärmetauscher und damit könne mit dem kalten Wasser die Kälteversorgung aufgebaut werden.

Überlegungen für Fernkälte gibt es für die Innere Stadt bis zum Klinikum. Auch die Universität sowie der Lakeside Park suchen nach neuen Möglichkeiten der Gebäudekühlung. Derzeit laufen die Planungen.

Ein Allheilmittel ist die Fernkälte trotzdem nicht, wird von Wissenschaftlern betont. Schon gar nicht für den Wohnbau. Die beste Lösung ist, so zu bauen, dass man gar keine Kühlung braucht, weisen Architekten auf das Dilemma von bewohnbaren Gebäuden in der Hitze hin. Denn auch bei der Fernkälte kommen Kältemittel zum Einsatz, die schlecht für die Ozonschicht sind und den Treibhauseffekt verstärken. Auch wenn die zentrale Produktion in großen Kältezentralen ökologischer als das individuelle Klimagerät ist.

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