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Jahrtausende alter Fernhandel formte sibirische Hunde

Bild: pixabay
Der Paläogenomiker Laurent Frantz von der Ludwig-Maximillian-Universität in München hat mit einem internationalen Wissenschaftlerteam die Abstammung alter und historischer Hunde im arktischen Sibirien mittels genetischer Analysen untersucht. 

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Menschen Nordwestsibiriens bereits vor 2.000 Jahren weitreichende Handelsbeziehungen unterhielten. Das Aufkommen des Handels war Teil einer Reihe prägender gesellschaftlicher Veränderungen, die zu dieser Zeit einsetzten – und hinterließ im Lauf der Zeit auch im Genom der sibirischen Hunde Spuren, wie das internationale Team um den Paläogenomiker Laurent Frantz anhand umfangreicher genetischer Analysen zeigen konnte.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Import der Hunde mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhing, etwa dem Import von Eisen vor 2.000 Jahren oder der ersten Nutzung von Rentieren als Transportmittel. „Die ursprünglichen arktischen Hunde waren wahrscheinlich vor allem Schlittenhunde“, sagt Frantz. „Als die Menschen begannen, größere Rentierherden zu halten, erwarben sie vermutlich Hunde, die besser für das Hüten von Herden geeignet waren. Aus der Vermischung der Populationen entstanden möglicherweise Hunderassen, die sowohl für die Hütearbeit geeignet, als auch an die rauen klimatischen Bedingungen angepasst waren.“

Diese Vermischung führte schließlich zur Entstehung moderner sibirischer Hundelinien wie den heutigen Samojeden. „Ein großer Teil des Genoms der Samojeden kann auf alte arktische Blutlinien zurückgeführt werden“, sagt Frantz, „aber es weist viel mehr westliche Einflüsse auf als beispielsweise der Husky.“ Seit dem Mittelalter haben sich Samojeden allerdings ziemlich unverändert erhalten, da es danach kaum Vermischung mit anderen Hunden gab. „Samojeden“ heißen die Tiere aber erst, seit Polarforscher wie der Brite Ernest Shackleton sie aus der Arktis importierten und eine gezielte Zucht begann. „Zuvor war es einfach eine Population von Arbeitshunden“, sagt Frantz.

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