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GLOBAL 2000-Studie: Bregenz hat höchsten Anteil klimaschädlicher Heizungen von allen Landeshauptstädten

Bild: pixabay
In der neuen Studie „So heizen Österreichs Landeshauptstädte“ untersucht die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 die Wärmeversorgung der Landeshauptstädte Österreichs. 

In Bregenz heizen 90 Prozent der Wohngebäude mit fossilen Heizungen, das ist der höchste Anteil klimaschädlicher Heizungen in allen Landeshauptstädten. Gas hat einen Anteil von 75 Prozent und Öl einen Anteil von 15 Prozent. Nur 7 Prozent der Haushalte besitzen ein erneuerbares Heizsystem und 3 Prozent heizen mit einer ineffizienten Stromheizung. Fernwärme gibt es in Bregenz keine. Der Wärmebedarf der Haushalte ist in den letzten zehn Jahren sogar merklich gestiegen (+16 Prozent), was den Gasverbrauch erhöht und zu steigenden Treibhausgasemissionen geführt hat.

Dabei hat Bregenz zuletzt den Klimanotstand ausgerufen und eine Klimastrategie erarbeitet, die aber nur in Teilen veröffentlicht wurde.

In Klagenfurt werden deutliche Fortschritte in Richtung einer klimafreundlichen Wärmeversorgung gesehen, aber auch noch großer Handlungsbedarf identifiziert. „Klagenfurt hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt und will bis 2040 den Anteil erneuerbarer Energien auf 100 Prozent steigern. Dafür gibt es aber noch viel zu tun! Kritisch ist vor allem der hohe Anteil an Ölheizungen. Hier gilt es anzusetzen, damit die Klimaziele auch tatsächlich erreicht werden können“, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

Der Wärmebedarf der Privathaushalte wird noch zu 43 Prozent mit Heizöl bereitgestellt, was gemeinsam mit Innsbruck der höchste Anteil in ganz Österreich ist. Erdgas ist für 4 Prozent der Wärmeversorgung verantwortlich, Fernwärme für 35 Prozent und erneuerbare Energien für 18 Prozent.

Die Fernwärmeerzeugung in Klagenfurt erfolgt zu 81 Prozent aus Biomasse und zu 19 Prozent aus Erdgas. Damit ist Klagenfurt eine der wenigen Landeshauptstädte, die Fernwärmeversorgung zum Großteil aus erneuerbarer Energie bereitstellen. Dennoch ist der Anteil an fossiler Energie insgesamt noch sehr hoch. Positiv ist, dass Klagenfurt ambitionierte Klimaziele verfolgt und bis 2040 frei von fossiler Energie werden will.

Die gesamte Studie ist hier zu finden https://www.global2000.at/sites/global/files/GLOBAL2000Landeshauptstädtestudie.pdf

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