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Ein polnischer Sattelschlepper bleibt auf einer schmalen Landstraße stecken …

Bild: pixabay
und im Laster mit Anhänger sind Kisten mit vorgezüchteten Pilzen aus Deutschland, die bei einem österreichischen Champignon-Produzenten weiter wachsen. Verkauft werden sie dann im Supermarkt als zu 100% aus Österreich.

Kommissar Zufall führte im August 2021 Regie, als ein polnische Sattelschlepper auf dem Weg zu seinem Kunden falsch abbog, auf einer unwegsamen Straße steckenblieb und dort nicht mehr weiterkonnte. Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde barg den Sattelschlepper in einer siebenstündigen Aktion, wie dem Feuerwehrprotokoll zu entnehmen war. Dabei mussten die Anhänger entladen werden und so wurde die Fracht, Tonnen von Zuchtkisten für alle sichtbar, entladen.

Die Recherche-Plattform „DOSSIER“ begann die Geschichte des Unfalls zu recherchieren und fand heraus, dass der größte österreichische Pilzzüchter seine Schwammerln garnicht selber züchtet sondern Vorzuchtpilze kistenweise aus Sachsen-Anhalt importiert. Am Firmenstandort werden die Zuchtkisten fachgerecht behandelt und gelagert und wenn das Schwammerl erntereif ist, kommt es mit der Zusatzbezeichnung „regional“ und „100% aus Österreich“ in die Regale der größten Supermarktkette Österreichs.

Wie die beiden Recherche-Plattformen „DOSSIER“ und „ökoreich“ übereinstimmend vermerken ist das schlicht und einfach Etikettenschwindel.
Und: Das scheint grundsätzlich gängige Praxis  bei Gemüse in österreichischen Supermärkten zu sein. Auch aus der Ukraine dürften Pilze als „vorgezüchtete“ Ware nach Österreich kommen und dann mit dem vermeintlichen Gütesiegel regionaler Herkunft ausgestattet, als österreichische Ware an den Konsumenten verkauft werden.

Der Geschäftsführer der Pilzfirma meinte zur Anfrage von „DOSSIER“, es sei allen rechtens. Die Käufer werden zwar hinters Licht geführt, aber das ist nicht illegal.

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